Hintergründe Hintergründe
Ortsbaulicher Kontext Ortsbaulicher Kontext
Aktuell Aktuell
Neubauprojekt Neubauprojekt
Schutzobjekt Brühlhof Schutzobjekt Brühlhof
Geschützte Bäume Geschützte Bäume
Kritik, Meinungen, Presse Kritik, Meinungen, Presse
Neubau Migros Herisau

Blog

Mittwoch, 29. Mai 2013
Zusatzschlaufe im Einspracheverfahren

Auf Frühjajr 2013 war er eingeplant, der Einspracheentscheid des Gemeinderates, nun kommt es anders. Das Verfahren wird sistiert, vertiefte Abklärungen sind nötig, so die Mitteilung der Gemeindekanzlei. Eine erfreuliche Nachricht? Eigentlich schon.
Der Gemeinderat fordert weitere Gutachten ein, um seine Erwägungen fundierter vornehmen zu können. Damit reagiert man auf Erklärungen, Forderungen, Begründungen der Einsprecher und reduziert dadurch das eigene Verfahrensrisiko. Man wird sich vertiefter mit der Problematik auseinandersetzen müssen und damit ergeben sich Chancen für neue Einsichten. Entscheidend dabei ist, welche Gutachter zum Zug kommen. Einseitige "Gefälligkeitsgutachten" würden es im weiteren Verfahren schwer haben, zu bestehen, dafür ist man jetzt allseits sensibilisiert.

Werner Frischknecht

Dienstag, 1. Mai 2012
Das Projekt ist angepasst

Ein aufgrund der Vorprüfung überarbeitetes Vorprojekt liegt nun vor. Dem Gemeinderat und den Parteipräsidenten wurde es bereits präsentiert. Kürzlich erhielt auch ich die Gelegenheit für einen ausführlichen Blick auf das überarbeitete Projekt. Für diese Möglichkeit der Einsichtnahme und des Gesprächs möchte ich mich bei der Bauherrschaft ausdrücklich bedanken – dies ist nicht selbstverständlich. Mein Eindruck über das revidierte Projekt ist zwiespältig: Es hat mich nicht überrascht, dass Brühlhof und Mammutbaum fehlen. Ein erster Blick sagt aber auch klar, dass einige Kritikpunkte eingeflossen sind, das Vorhaben kommt freundlicher und offener daher. Das Modell ist sehr schön, so dass man sich ganz darauf fixiert und gar nicht so richtig wahrnimmt, wie übergewichtig – nach wie vor – sich das Projekt im angedeuteten Kontext der Umgebung integriert. Erst dann wird einem bewusst, dass trotz Überarbeitung ein Hauptkritikpunkt - die Massstäblichkeit in Bezug auf die Umgebung - eigentlich keine Änderung erfahren hat. Ob diese milden Korrekturen genügen, den erforderlichen Nachweis zu erbringen, den es für die Beseitigung der Schutzobjekte braucht, wird sich nun in der Diskussion und in den Verfahren zeigen.

Werner Frischknecht

Donnerstag, 3. November 2011
Herisau ist nicht überall

Im Kommentar zum Artikel «Das verscherbelte Tafelsilber – in Herisau will die Migros mitten im Dorf bauen …» (Hochparterre Oktober 2011) schliesst Chefredaktor Köbi Gantenbein seinen kritischen Kommentar mit folgendem Satz: „In der «Ausstellung Bauen im Dorf» war man sich einig: Die Dörfer brauchen gute Bauherren und gute Architekten. In Herisau lernen wir, dass dies nur die halbe Wahrheit ist. Es braucht in erster Linie den politischen und planerischen Willen, damit Baukultur von guten Architekten und guten Investoren hergestellt werden kann.“
Was heisst dies eigentlich? Ich interpretiere es so: Es braucht den politischen und den planerischen Willen der Behörden, damit etwas wirklich Gutes entsteht. Nötig sind nicht nur gute gesetzliche Rahmenbedingungen, nötig ist vor allem der öffentliche Gestaltungswille, der auf einer sicheren Vorstellung über die erwünschte Siedlungsentwicklung beruht. Nötig ist auch die Bereitschaft – falls die sichere Vorstellung fehlt – sie sich durch geeignete Mittel und Instrumente zu erwerben. Herisau ist nicht überall. Nur mit dieser Kraft und Kompetenz gelingt es, Investoren zu überzeugen, und gute Architekten zu verpflichten. Investoren – auch gute – handeln im eigenen Interesse, es braucht daher den politischen und planerischen Willen der öffentlichen Hand, den Blick korrigierend auf das Ganze zu richten. In Herisau hat man es sich beim Migros-Areal einfach gemacht: man hat einem willkommenen Investor grosszügig die Tür geöffnet und auf eine eigene Vorstellung verzichtet. Was die Gemeinde verpasst hat, obliegt nun dem Kanton: im Vorprüfungsverfahren der Teilzonenplanänderung mit Schutzentlassung die Rahmenbedingungen zu bestimmen, die erlauben, dass es doch noch zu einem guten Projekt kommt. Der Kanton liegt nun in der Verantwortung, die Köbi Gantenbein anspricht. Der Vorprüfungsbericht als Ausdruck des politischen und planerischen Willens wird wesentlich mitentscheiden, ob auf dem Migros-Areal gute Baukultur entstehen kann.

Werner Frischknecht

Dienstag, 13. September 2011
Migros-Neubau - mehr für Herisau

Mit dem Slogan „Migros-Neubau – mehr für Herisau“ informiert die Migros Ostschweiz seit kurzem mit Informationstafeln und einer Webseite über ihr Bauvorhaben in Herisau – das ist positiv. Wichtig ist ihr eine „offene, ehrliche und respektvolle Kommunikation“ für das gegenseitige Verständnis unter allen Beteiligten. Auch das ist ein positives Bekenntnis.
Wir anerkennen die Bestrebungen der Migros-Ostschweiz, in Herisau eine Vorreiterrolle übernehmen zu wollen und „nach den modernsten Erkenntnissen bezüglich Funktionalität, Architektur, Ökologie und Ökonomie nachhaltig zu bauen“. Eine anerkannte Vorreiterrolle müsste aber auch darin bestehen, aus den Rahmenbedingungen des Orts heraus, im Sinne des Projekts „Bauen im Dorf“, eine hohe Architekturqualität zu schaffen mit dem nötigen Mass. Weniger Migros-Neubau wäre mehr für Herisau.

Werner Frischknecht

Dienstag, 30. August 2011
Ein Ort architektonischer Grausamkeiten

Unter dem Titel „Auf Teufel komm raus“ wirft Patrik Kobler im aktuellen „Thema der Woche“ (APZ 27.08.2011) Fragen auf zu Quantität und Qualität beim Bauen im Appenzellerland. Herisau sei ein „Ort architektonischer Grausamkeiten“, findet er.
Wer schon länger in Herisau wohnt und sich identifiziert mit diesem Ort, kennt dieses Unbehagen, insbesondere dann, wenn wir mit Freude und Stolz auswärtigen Gästen unser Ortszentrum zeigen möchten. Man verweist dann gerne auf Bausünden von früher, und sagt, heute würde dies hier nicht mehr passieren. Wirklich? In der Tat ist alles schon wohl vorbereitet und in die Wege geleitet, um eine weitere „architektonische Grausamkeit“ ins Zentrum zu setzen – das Migros-Neubauprojekt. Wie ist so etwas möglich? Wie kann man ernsthaft so etwas planen? Dem Dorfzentrum fehlt die Vision, dem Projekt die notwendige Sensibilität und wohl auch die Lust, dem angeschlagenen Herisauer Ortszentrum doch endlich ein „architektonisches Juwel“ zu schenken. Blosses Renditedenken war noch selten ein guter Ratgeber für Qualität und Beständigkeit. Ergreifen wir doch endlich die Chance, Neues zu schaffen und gesellschaftliche Veränderungen in einer qualitätvollen, identitätsstiftenden Architektursprache sichtbar zu machen, statt weiterhin auf architektonische Grausamkeiten zu setzen.

Werner Frischknecht

Ältere Beiträge

Anmelden