Geschütztes Kulturobjekt Brühlhof

Der Brühlhof ist ein herrschaftliches, klassizistisches Wohnhaus aus dem Anfang der Biedermeierzeit. Erbaut in einer Zeit, als an der Oberdorfstrasse erst wenige Häuser standen, verkörpert es den Typ des Landhauses vor der Stadt. Es ist damit auch ein wichtiger Zeuge für die städtebauliche Entwicklung von Herisau. Vor allem aber ist das Gebäude als besonders authentisch erhaltenes Wohnhaus mit reicher Ausstattung unbestreitbar ein Schutzobjekt. Das Äussere ist mit Ecklisenen und Fensterverdachungen in zeittypisch eher schlichter, dafür streng durchkomponierter Formensprache gestaltet. Es ist beinahe unverändert erhalten, bis hin zu einem grossen Teil der ursprünglichen Fensterläden. lm lnnern sind von der gut erhaltenen Ausstattung insbesondere die Nussbaumtüren mit ihren Messingbeschlägen, verschiedene Parkette und Stuckdecken sowie die Treppenanlage und Einbauschränke zu erwähnen. Die ganze Ausstattung zeugt vom vornehmen und gehobenen Lebensstil des Bauherrn Hans Conrad Meyer und des ersten langjährigen Bewohners, des Mäzens und ,,der schönen Künste Liebhaber" Michael Tobler (bis 1836). Da das Haus seither immer in der Familie vererbt wurde, hat es nie eine eingreifende Erneuerung erfahren und dafür besonders viel von seiner ursprünglichen Ausstrahlung bewahren können. Dies erstreckt sich sogar auf den Garten, dessen ursprüngliche Anlage mit gepflästertem Vorplatz, gepflästerten Wegen, dem Brunnen und Teilen der Einfassung sich über 200 Jahre lang erhalten hat. Der Mammutbaum in der Südwestecke wurde Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt und gehört nicht zur ursprünglichen Anlage, ist aber eine typische Ergänzung für einen herrschaftlichen Garten um die Jahrhundertwende.
Der Brühlhof ist für die Oberdorfstrasse ein unverzichtbares Baudenkmal. Er hält in dem durch Migros und Metrohm stark veränderten Teil der Strasse die Verbindung der historischen Bebauung aufrecht und er ist der einzige Bau mit grosszügiger Gartenanlage, an dem sich der einstige vorstädtische Charakter der Oberdorfstrasse noch ablesen lässt.

Geschützt ist nicht nur das Gebäude, sondern auch die ganze dazugehörige Gartenanlage mit ihrem vielfältigen Bestand an Bäumen, Büschen und Sträuchern. Markant die alten Eiben, der mächtige Ahorn, eine Eiche, eine Rottanne, an prominenter Stelle die kränkelnde Linde, die auf Pflege wartet, auf der Nordseite der "Bauerngarten", als Verbindungswege die alte "Bollensteinpflästerung", das Ganze eingefasst durch einen schönen, jedoch renovationsbedürftigen Eisenzaun.
























"Ein Landhaus mitten im Zentrum". Christine König berichtet in der Septembernummer des Appenzeller Magazins über den Brühlhof und seine Bewohner.
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